Ein milder Frühlingstag…
… Ende April macht Spaß. Besonders wenn man früh Feierabend hat und den dann im Freien genießen kann. Die Vögel zwitschern, die Hummeln fliegen neugierig um einen rum und die Ameisen wuseln einem die Beine hoch (wenn man nicht aufpasst, wo man gerade steht). Die kleinen Kinder, die den ganzen Winter über mehr oder weniger in der Versenkung (oder ihrem Kinderzimmer) eingesperrt waren, werden frei gelassen. Da kann man sich an dem Lachen, Toben und Kreischen erfreuen. Kinder sind was feines. So ein bisschen beneide ich die ja manchmal. Die dürfen noch Sachen, die einem Erwachsenen längst wegerzogen worden sind. Die dürfen Pupsen und Rülpsen (und bekommen (noch) nett erklärt, dass sich das in der Öffentlichkeit nicht schickt), die dürfen weinen, auch wenns nur ein kleiner Kratzer am Arm ist, die dürfen sich schmutzig machen und im Matsch wühlen und wenn sie was neues gelernt haben, werden sie gelobt und bewundert. Die dürfen sogar im Garten kalte Ravioli essen und wenn die Tomatensoße sogar an den Füßen klebt, ist das Gelächter groß. Dass Erwachsene das alles nicht mehr können, dürfen oder tun…. das nennt man dann glaub ich Erziehung.
Nu gibbet so halslose Monster, die einem so einen lauen Frühlingstag mal so richtig vermiesen können. Die schreien den ganzen Nachmittag im Befehlston durch die Gegend. Obwohl die Entfernung zu dem aufgeforderten Erwachsenen höchstens 5 Meter beträgt. Stundenlanges “MAAAAAMIIIII”, “PAAAAAPPPPPIIIIII” und “OOOOOMMMMAAAAA” schallt durch die ansonsten friedliche Natur. Da geht es nicht um aufgeschlagene Knie oder Nasenbluten, nö, dat Blach will auf der Schaukel angeschubst werden, Ball spielen oder nur, dat einer der Erwachsenen einfach guckt. Bitte oder Danke hört man nie. Dieser forderne Ton (auf den dann der herbeigeschrieene auch mehr oder weniger prombt reagiert, meistens eher weniger, erst nach dem 5. anbrüllen)) lässt einen dann gerne mal erschrecken, wenn man grad den Augen ein wenig Ruhe gönnen will oder man hochkonzentriert im Beet hockt und die Unkräuter bespricht.
So ein Geschreie kann gerne mal im 10 Minuten Takt aufheulen. Dann nämlich, wenn Mami, Papi oder Omma, keine Lust mehr zum anschubsen haben. Dann wird das nächste Opfer herbeizitiert.
Also ich muss sagen: Ich lasse mich nicht gerne anschreien und nehme nicht gerne Befehle entgegen. Nicht von Erwachsenen und schon gar nicht von Kindern. Und ich frag mich, was Eltern dazu treibt, so ein Verhalten über Jahre zu dulden. Sind die schon so abgehärtet, dat die dat gar nich mehr registrieren? Oder kennt der Kleene das von seinen Eltern auch nich anders (wobei, die Erwachsenen hört man nie. Die erheben quasi ihre Stimme äußerst selten) Dabei isset doch so einfach, den Blagen schon früh einen freundlichen, netten Umgangston beizubringen und damit zu verhindern, dass die Kleinen von anderen Leuten nicht gut gelitten werden.
Ich muss zugeben, obwohl ich weiß, dat die Eltern da irgendwas nich richtig machen, dat ich dat Kind am liebsten öfters kopfüber in den Sandkasten stecken würde um wenigsten an einem Nachmittag mal 1 Stunde nix von dem zu hören…….. Hach, da tät ich doch gerne mal Super-Bigi spielen und ne stille Treppe auf die Wiese stellen………
Aber ansonsten hatte ich gestern einen wunderschönen, milden Frühlingsnachmittag, hab mit Kopfhörern auffe Ohren nette Musik gehört und Mathe gelernt…. und heute nehm ich meinen MP3-Player mit, dann kann dat Kind schreien wie et will. Gut, dann hör ich die Vögel und die Hummeln nich mehr, aber die Ameisen, die mir Beine hochkrabbeln, die sind ja eh leise………
Wünsch Euch allen ein wundertolles, sonniges Wochenende


Leave a Comment